2. Fachtagung

„Vorfahrt für duale Berufsausbildung“

29. November 2016

Tagungsprogramm

10:00 Uhr

Eintreffen / Registrierung / Begrüßungskaffee

10:30 Uhr

Begrüßung und Eröffnung der Fachtagung
Moderation: Ute Sandtvos, Dr. Dag Danzglock, Niedersächsisches Kultusministerium

Grußwort
Frau Staatssekretärin Erika Huxhold

Vortrag: Angebot und Nachfrage – regionale Berufsfeldprojektionen bis 2030
Prof. Dr. Robert Helmrich, Bundesinstitut für Berufsbildung

12:00 Uhr

Mittagsimbiss

13:00 Uhr

5 Fachforen
zu aktuellen Herausforderungen der dualen Berufsausbildung

Fachforum I: Wohnortnahe Berufsbeschulung

Die wohnortnahe Berufsbeschulung ist für die duale Berufsausbildung von zentraler Bedeutung. Um das Prinzip trotz der demographischen Entwicklung erhalten zu können, sind weitergehende Lösungen erforderlich. So wird bereits die gemeinsame Beschulung einzelner Gewerke in der Berufsschule in einer Arbeitsgruppe erörtert, um pädagogisch und finanziell angemessene Klassengrößen zu sichern. Bereits durch Erlass vom 22.07.2015 zugelassen ist die gemeinsame Beschulung in der Grundstufe der Berufsschule und der Berufsfachschule. Denkbar sind auch weitere innovative Formen der Sicherung der Berufsbeschulung.

Im Fachforum werden die Herausforderungen und verschiedene Lösungsansätze vorgestellt und diskutiert.

Impulsbeiträge:

  • Maria Zöller, Bundesinstitut für Berufsbildung
  • Birke Kohn, Landessrechnungshof (angefragt)
  • Dr. Bodo Stange, Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum
  • Prof. Dr. Alexandra Engel, Sabine Freese, Andreas Hölzchen: Attraktivitätssteigerung dualer Berufsausbildung in ländlichen Räumen durch innovative Lernszenarien

Moderation:

  • Aline Böge-Wagener, Niedersächsisches Kultusministerium

 

Fachforum II: Dualisierung von Schulformen im Übergangssystem: Vorstellung der Schulversuche

Der Schulversuch in der Berufseinstiegsstufe („BEST“) soll neben der individuellen Beratung, Betreuung und Unterstützung Schülerinnen und Schülern mit mehr betrieblicher Praxis – integriert als praktische Ausbildung im Rahmen der schulischen Berufsvorbereitung – näher an die betriebliche Wirklichkeit bringen und so zielgerichteter in (duale) Ausbildung vermitteln. Ein vergleichbarer Schulversuch startet die Berufsfachschule im Bereich Wirtschaft.

Im Fachforum werden die Rahmenbedingungen und erste Herausforderungen der Schulversuche geschildert und diskutiert.

Impulsbeiträge:

  • Friedrich-Wilhelm Krömer, Niedersächsisches Kultusministerium
  • Dieter Klinger, BBS 11 Hannover

Moderation:

  • Michael Wutke, Niedersächsisches Kultusministerium
Fachforum III: Duale Studiengänge – Stärkung des dualen Ausbildungssystems und nachhaltiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs?

Über berufliche Bildungswege werden weiterführende Schulabschlüsse bis zur Hochschulzugangsberechtigung ebenso ermöglicht wie durch Fort- und Weiterbildungen im Verantwortungsbereich der Kammern. Kein anderes Bildungssystem ist so durchlässig wie das der beruflichen Bildung und bietet vergleichbare Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und Karriere. Um das duale Ausbildungssystem auch bei der stetig steigenden Zahl von Abiturientinnen und Abiturienten attraktiv aufzustellen, gibt es bereits eine Reihe von dualen und auch trialen Studiengängen. Außerdem wird aktuell bundesweit die Möglichkeit diskutiert, parallel zur Berufsausbildung das Abitur zu erhalten. Im Fachforum werden die Modelle dualer Studiengänge und ihre Relevanz in Bezug auf den Fachkräftebedarf beleuchtet.

Impulsbeiträge:

  • Prof. Dr. Rita Meyer, Leibnitz Universität Hannover
  • Dr. Niels Spilker, DGB
  • Nadine Grün, Handwerkskammer Hannover

Moderation:

  • Günter Neumann, Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Fachforum IV: Konzepte zur Qualitätssteigerung in der dualen Ausbildung

Zur Attraktivitätssteigerung dualer Ausbildung gehören auch Maßnahmen der Qualitätssteigerung und -sicherung bei allen Partnern. Wenn es gelingt, die Ausbildung dauerhaft zuverlässig zu gestalten, kann der „gute Ruf“ zu einem wichtigen Element der Nachwuchswerbung und Fachkräftesicherung werden.

Im Fachforum werden die Ergebnisse der DGB-Ausbildungsumfrage vorgestellt und Maßnahmen diskutiert.

Impulsbeiträge:

  • Ruben Eick, Deutscher Gewerkschaftsbund
  • Volker Linde, Niedersächsischer Industrie- und Handelskammertag
  • Johannes Rahe, Generationenwerkstatt, Osnabrück

Moderation:

  • Michael Faulwasser, Niedersächsisches Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ)
Fachforum V: Integration von Flüchtlingen in der Berufsbildung

Sprache ist der Schlüssel zu Bildungsteilhabe und Integration, deshalb liegt ein Arbeitsschwerpunkt des Niedersächsischen Kultusministeriums genau auf diesem Thema, der Sprachförderung. Dazu gehört seit November 2015 das SPRINT Projekt, ein Sprach- und Integrationsprojekt für jugendliche Flüchtlinge. Es richtet sich an junge Flüchtlinge im Alter von 16 bis 21 Jahren und beinhaltet Module zur Einführung in die regionale Kultur und Lebensweise sowie zur Einführung in das Berufs- und Arbeitsleben (Betriebspraktika). Derzeit wird das Konzept „SPRINT Dual“ entwickelt, das sich an die junge Menschen richtet, die nach Abschluss der „SPRINT“-Maßnahme, dem Besuch des BVJ-A oder einer außerschulischen Integrationsmaßnahme (PerjuF) der Bundesagentur für Arbeit (BA) noch nicht direkt in eine berufliche Ausbildung vermittelt werden konnten.

Im Fachforum werden die Konzepte der „SPRINT-Familie“ vorgestellt und erste Erfahrungen ausgetauscht.

 

Impulsbeiträge:

  • Frauke Keck-Pergner, Niedersächsisches Kultusministerium
  • Sabine Neugebauer, Berufsbildende Schulen Walter-Gropius
  • Martin und Joachim Salland GbR
  • Brigitte Wilhelm-Nienaber, Sartorius Corporate Administration GmbH

Moderation:

  • Ute Rahlves, Berufsbildende Schulen Walter-Gropius

14:45 Uhr

Kaffeepause

15:15 Uhr

Bericht aus den Fachforen

15:30 Uhr

Ausblick
Frau Kultusministerin Frauke Heiligenstadt

16:00 Uhr

Ende der Veranstaltung

Die Anmeldefrist ist abgelaufen, die Tagung ist vollständig ausgebucht.

Bündnis Duale Berufsausbildung

Für die Niedersächsische Landesregierung hat die Sicherung der Fachkräftebasis hohe Priorität. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der niedersächsischen Wirtschaft zu erhalten und auszubauen. Daher hat sie gemeinsam mit den niedersächsischen Arbeitsmarktpartnern die Fachkräfteinitiative Niedersachsen initiiert. Das Bündnis Duale Berufsausbildung (BDB) ist ein wichtiger Baustein in dieser Initiative. Es hat zum Ziel, das duale System der Berufsausbildung zu stärken und seine Funktionsfähigkeit zu erhalten. Dazu sollen das Übergangssystem fokussiert und die Gleichwertigkeit sowie Attraktivität der dualen Ausbildung zu anderen Bildungswegen herausgestellt werden.
Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsmodell, das eine fundierte praxisbezogene Ausbildung für den mittleren Qualifikationsbereich gewährleistet und zugleich weitere berufliche Karrierewege eröffnet. Dennoch steht sie vor großen Herausforderungen, die neben der demografischen Entwicklung auch mit der primären Fokussierung der Jugendlichen auf wenige Ausbildungsberufe einhergehen. Zusätzliche Konkurrenz erwächst dem dualen System durch den verstärkten Trend zum Erwerb höherer allgemeinbildender Schulabschlüsse, hochschulischer Bildungswege sowie anderer Ausbildungsmöglichkeiten.

Mit dem BDB soll der Vorrang der dualen Berufsausbildung vor anderen Formen der Berufsausbildung gesichert werden. Dies erfordert eine Stärkung der Berufsorientierung in allen Schulformen, die Sicherung der wohnortnahen Beschulung, ein koordiniertes Beratungsangebot und Wege der Integration von unversorgten Jugendlichen in duale Berufsausbildung. Das Einstiegssystem, in dem Jugendliche zunächst in vollzeitschulischen Angeboten oder Maßnahmen der freien Bildungsträger verbleiben, ist zu reduzieren und dahingehend anzupassen, um Schülerinnen und Schülern den direkten Einstieg in eine reguläre Berufsausbildung zu erleichtern. Es richtet sich an diejenigen Schülerinnen und Schüler, die trotz aller Bemühungen (Berufsorientierung, koordinierte Beratung etc.) keine Berufsausbildung aufgenommen haben.

Einige Berufsausbildungen sind nicht im System der dualen Berufsausbildung verortet. Dies trifft insbesondere für die sozialen Berufe und Gesundheitsberufe zu. Sie sind daher nicht Gegenstand der Beratungen im BDB.
Am BDB beteiligen sich alle für die berufliche Bildung auf Landesebene relevanten Organisationen wie die Sozialpartner, Kammern, die kommunalen Spitzenverbände, die Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen der Bundesagentur für Arbeit sowie die zuständigen Ressorts der Landesregierung. Gemeinsam wurden Handlungsempfehlungen für regional und sektoral angepasste Lösungen erarbeitet. Die besonderen niedersächsischen Gegebenheiten hinsichtlich der ökonomischen, sozialen und demografischen Strukturen als zweitgrößtes Flächenland in Deutschland wurden dabei berücksichtigt.

In seiner Sitzung am 16.09.2014 hatte der Steuerkreis fünf Arbeitsgruppen zu den nachstehenden Themenbereichen eingesetzt:

  • Stärkung der Berufsorientierung an allen Schulformen
  • Entwicklung eines Konzeptes für eine koordinierte Beratungsstruktur
  • Einstiegssystem berufsbildende Schulen
  • Integration von unversorgten Jugendlichen in duale Berufsausbildung
  • Wohnortnahe Beschulung und Qualitätssicherung

Alle im Steuerkreis vertretenen Organisationen und deren Mitglieder konnten Vertreterinnen und Vertreter in diese Arbeitsgruppen entsenden. Das gemeinsame Positionspapier der Wirtschafts- und Sozialpartner im Landesausschuss für Berufsbildung „Integration in Berufsausbildung – Eckpunkte zum Thema Übergang Schule – Beruf in Niedersachsen“ sowie der Handlungsrahmen der Fachkräfteinitiative Niedersachsen bildeten die Ausgangspunkte für deren Erörterungen.

Die Arbeitsgruppen hatten bis zum 31.01.2015 Handlungsempfehlungen erarbeitet und dem Steuerkreis vorgelegt. In seiner Sitzung am 17.03.2015 hatte der Steuerkreis Handlungsempfehlungen verabschiedet und dem Niedersächsischen Kultusministerium vorgelegt. Diese wurden im Ressort bewertet und auf die Möglichkeiten zur Umsetzung geprüft. Bereits zum Schuljahr 2015/2016 werden einzelne Maßnahmen in Modellprojekten erprobt.

Veranstaltungsort

Multi-Media Berufsbildende Schulen (MMBbS), Expo Plaza 3, 30539 Hannover, Deutschland

Multi-Media Berufsbildende Schulen (MMBbS)

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